Kathrins kleine, große Welt

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Verzascatal Tiere
 

Meine kleine, grosse Welt:
Klein ist sie, wenn man sie sich auf der Landkarte anschaut. Gigantisch wird sie vor allem, wenn man sie durchwandert. Bei der Fahrt mit dem Auto bekommt man den groben Ueberblick, beim Wandern aber fallen einem auch tausend grosse Kleinigkeiten auf. Seien es die aus Bruchsteinen gemauerten, mit Steinplatten bedeckten Häuser, seienMeine kleine Welt es die schroffen Berge mit ihrem besänftigenden, im Sommer grünen, grünen, grünen Waldsaum, und vor allem: sei es der unwahrscheinlich klare, grüne Fluss, der sich durch die unzähligen glattgeschliffenen Felsbrocken schlängelt.
Zu meinem Haus kann man nur zu Fuss gelangen. Ein Steg führt über die Verzasca, dann folgt ein schmaler, gepflasterter Weg. So, wie man sie teilweise auch jetzt noch auf den Alpen findet. Das alles hat seine Vorteile: die Luft wird nicht vom Benzingestank verpestet. Die Tiere sind nicht gefährdet durch Fahrzeuge.
Und ein bisschen Training auf dem aufwärts führenden Weg schadet niemandem.

Für den Warentransport haben wir ein Seilbähnchen, durch meinen Bruder Luzi vor vielen Jahren für den Elektro-Betrieb eingerichtet. Die beiden Transportwägelchen bestehen je aus einem längs entzwei geschnittenen Oelfass. Eine Hälfte ist grün bemalt mit Marienkäferchen, die andere Hälfte gelb mit Schmetterlingen.
Seilbähnli Vom Parkplatz bei der Brücke führen ein paar Stufen zur Talstation. Zugegeben: ohne diese Hilfe wäre das Leben in einer so extremen Lage sehr, sehr schwierig. Deshalb danke ich Luzi im Stillen bei jeder Seilbahn-Fuhre... (Genaueres darüber in „Mit herzlichen Tessiner Grüssen“, siehe Buchverzeichnis).
Schwierig wird es auch im Winter: manchmal fällt in einer Nacht mehr als ein halber Meter Schnee. Da heisst es denn eben, die Schneeschaufel zur Hand zu nehmen. Dass dann genügend Sand vorhanden sein muss, damit die Wege damit bestreut werden können, gehört zu den Pflichten, die man im Herbst erfüllen muss.

(Genaueres über unser Leben im Winter siehe „Nach jedem Winter kommt ein Sommer“, siehe Buchverzeichnis). Das Haus, das ich vor etwa zwanzig Jahren nach unendlichen Kämpfen und mit vielen Abenteuern umbauen konnte, (Genaueres darüber siehe „Ein Dach überm Kopf“, siehe Buchverzeichnis) kommt mir immer vor wie eine freche , winzig kleine Trutzburg. Durch die Lage am Steilhang musste eine Stützmauer Platz für einen Hof schaffen. Im Hof hat es einen grossen Steintisch mit den entsprechenden Bänken, Platz für Blumenschmuck ringsum, für einen Küchen-Kräutergarten.
Und da ist dann ein Gartenteil rechts vom Haus, wiederum mit Stützmauern. Die Erde von mir eigenhändig gerodet (Genaueres darüber in „Mit Kathrin Rüegg durchs Gartenjahr“, siehe Buchverzeichnis). Zwischen Haus und Garten geht ein Bachlauf, in dessen gestauten Wasserbecken sich Gänse und Enten tummeln. Auf der andern Hausseite ist ein zweiter Bachlauf, in dessen Nähe sich der Hühnerhof befindet.